Sprachen

D  |

  E

Transkreation: Völlig losgelöst ...

Für die Sprachdienstleistung „Transkreation“ gibt es zahlreiche Synonyme, zum Beispiel Adaption oder werbliche Übersetzung.

Alle diese Begriffe beschreiben die vom Quelltext weitestgehend losgelöste Übertragung einer Botschaft oder eines Textinhaltes in eine andere Sprache, wobei der kulturelle Kontext der Zielgruppe wesentlichen Einfluss auf die Ausgestaltung des übertragenen Textes hat. Der Autor oder die Autorin des Zieltextes (hier bewusst nicht als Übersetzerin oder Übersetzer bezeichnet) darf und muss sich relativ weit vom Quelltext entfernen, um die Zielgruppe anzusprechen und ihr die Botschaft des Quelltextes „in neuer Verpackung“ zu vermitteln. Der Prozess der Transkreation erfordert somit viel Kreativität und Sprachgefühl, meistens auch mehr Zeit.

Im Unterschied zu einer Fachübersetzung, die sich in ihrem Aufbau sehr stark am Quelltext orientiert, werden bei einer Transkreation einzelne Wörter, Satzstrukturen oder gar Textpassagen völlig ausgeblendet und durch einen Text ersetzt, der die Botschaft des Quelltextes in zielgruppengerechter Form überbringt. Im Ergebnis liest sich eine gelungene Transkreation wie ein Original.

Bei einer Transkreation benötigt die Autorin oder der Autor weitestgehend „freie Hand“ in der Zieltextgestaltung. Allerdings muss die vom Kunden gewünschte Botschaft stets im Auge behalten werden. Dies erfolgt durch Klärung zahlreicher Fragen und durch eine intensive Kommunikation. Deshalb ist diese Form der Zieltexterstellung nicht nur für den Autor oder die Autorin anspruchsvoll, sondern stellt auch für die Auftraggeber eine Herausforderung dar, denn folgende Fragen müssen beantwortet werden:

  • Wurden bereits die Grundlagen einer Transkreation erarbeitet, zum Beispiel eine Sammlung der zu übertragenden Hauptargumente, Referenztexte, ein zielsprachlicher Styleguide oder eine zielsprachliche Firmenterminologie?
  • Wer ist im Prozess der Transkreation stets sprachkompetenter Ansprechpartner bei Fragen zu Sprachregister, Zielgruppe, deren Anrede mit Sie oder Du etc.?
  • Wer ist befugt, eigenständig Entscheidungen darüber zu treffen, ob ganze Passagen nicht im Zieltext erscheinen?

Letzteres kann notwendig sein, wenn eine Textpassage zu sehr mit der Kultur des Herkunftslandes verbunden ist und somit die ausländische Zielgruppe nicht im Interesse des Kunden ansprechen würde. Als Beispiel kann die deutsche Fassung des Offiziellen Programmhefts der Tour de France gelten, in der ein ausführlicher Artikel über französische Radrennfahrer bei der Transkreation ins Deutsche durch einen entsprechenden Artikel über die deutschen Tour-Teilnehmer ersetzt wurde. Hier ging die transkreative Freiheit soweit, dass in diesem Programmteil nur noch die Konzeption des französischen Programms als Richtschnur galt und der Autor in der Zieltextgestaltung völlig frei war, so lange es inhaltlich um deutsche Radrennfahrer ging.

Möchten Sie mehr zu Transkreationen erfahren? Wir sprechen gerne mit Ihnen darüber!