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Corona und die Sprache

Wenn wir Nachrichten und Meldungen der Medien unter die Lupe nehmen, stellen wir fest, dass das neuartige Corona-Virus nicht nur unsere Lebensweise, sondern durch Neologismen (in den allgemeinen Gebrauch übergegangene sprachliche Neuprägungen, bzw. neu geschaffene Wörter) auch unsere Sprache verändert. Leider werden dabei die neuen Wörter nicht immer mit Bedacht gewählt:

So zum Beispiel der im Deutschen neu eingeführte und missverständliche Anglizismus „social distancing“. Missverständlich ist er, weil im Englischen „social“ für „gesellig“ steht. Im deutschen Sprachgebrauch jedoch beschreibt der Begriff „sozial“ den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Verantwortung und Fürsorge der Menschen untereinander sowie den Gemeinsinn. Und gerade diese Fundamente unseres Landes sollten in einer solch tief greifenden Krise nicht ins Hintertreffen geraten! (Zum Glück sind sie das auch nicht.) Das Gebot „social distancing“ zielt vielmehr auf die Wahrung einer „räumlichen Distanz“ bzw. des „körperlichen Abstands“ von 1,5 bis 2 Metern zu Mitmenschen.

Ein weiterer „falscher Freund“ ist „Homeoffice“. Dieser Begriff wird in der richtigen englischen Orthografie „Home Office“ geschrieben und bezeichnet das Innenministerium in Großbritannien. Zwar klingt der deutsche Begriff „Heimarbeitsplatz“ nicht ganz so melodisch, dafür ist er aber korrekt – und lässt für hier lebende Briten nicht die Vorstellung aufkommen, man säße zu Hause mit Innenminister Horst Seehofer arbeitend vor dem Laptop…

Auch der (vorerst überstandene) „Lockdown“ in dem Sinne, wie wir den Begriff in Deutschland verwenden, ist nicht stimmig: Er bezeichnet im Englischen eine „Abriegelung von Gebäuden und Gebieten im Rahmen eines Terroranschlags oder Amoklaufs“.

In dem Sinne, in dem wir den Begriff aktuell in Deutschland verwenden, gibt es jeden Sonntag einen bundesweiten Lockdown: Behörden und Geschäfte sind geschlossen, gastronomische Betriebe teilweise auch und die Menschen spazieren an der frischen Luft. Mit dem wichtigen Unterschied, dass wir an üblichen Sonntagen keiner „Ausgangsbeschränkung“ unterliegen. Dieses Wort wurde von den politisch Verantwortlichen mit Bedacht so gewählt. Trotzdem wurde es in manchen Medien als „Ausgangssperre“ und somit falsch wiedergegeben. Denn eine „Ausgangssperre“ galt nicht in Deutschland, zeitweise aber in Frankreich, Spanien und Italien.

Neben diesen Wörtern gibt es viele Stolperfallen in der Sprachverwendung. Um die aktuelle Krise positiv für Ihr Unternehmen und für sich selbst zu nutzen, bieten sich Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung an. In diesem Zusammenhang bietet unsere Heidelberger Partneragentur com.be.nations zahlreiche Sprachtrainings, Seminare und Workshops corona-gerecht als Fern- bzw. Onlinekurse an.

Unsere Kollegin Anita Schönpflug beantwortet unter training_at_combenations.de oder +49 6221 / 137 27-30 gerne Ihre Anfragen.