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Kontrolle, Korrekturlesen und Revision:
Was ist was?


Für Sie als Auftraggeber von Übersetzungsprojekten scheinen die Begriffe Kontrolle, Korrekturlesen und Revision oder auch Lektorat denselben Vorgang zu bezeichnen, aber für uns als Sprachdienstleister haben sie recht unterschiedliche Arbeitsvorgänge zufolge. Mit diesem Beitrag soll versucht werden, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Hierfür optimal geeignet sind die Definitionen, die in der international gültigen Norm für Übersetzungsdienstleistungen DIN EN ISO 17100:2015 festgelegt sind.

Die geringste Stufe der Qualitätssicherung im Übersetzungsprozess ist die Kontrolle. Diese erfolgt nach Abschluss der reinen Übersetzung durch den Übersetzer selbst, indem er den von ihm erstellten zielsprachlichen Inhalt auf Richtigkeit überprüft. Dabei kontrolliert der Übersetzer sein Werk auf richtige Grammatik und Rechtschreibung, korrekte Wiedergabe des Sinns und auf etwaige Auslassungen oder andere Fehler. Eine solche Eigenkontrolle ist für jeden qualitätsbewussten Übersetzer eine Selbstverständlichkeit.

Aber kein Mensch ist ohne Fehler. Sie werden es aus eigener Erfahrung kennen: Wie schnell übersieht man bei einer Kontrolle eines selbst verfassten Textes einen Fehler?

Hier hat es sich als sinnvoll und hilfreich erwiesen, eine weitere Person mit der fachlichen Prüfung oder mit der Revision zu beauftragen. Wir steigen also eine Stufe höher und lassen eine Qualitätssicherung nach dem 4-Augen-Prinzip durchführen.

In der Übersetzungsnorm werden mit der fachlichen Prüfung, der Revision und dem Korrekturlesen drei unterschiedliche Prüfvorgänge beschrieben, die optional für sich allein oder sich einander ergänzend durchgeführt werden können:

  • Die anspruchsvollste Variante ist die fachliche Prüfung. Hierbei wird der Inhalt der Übersetzung dahingehend geprüft, ob der zielsprachliche Text für den vereinbarten Zweck geeignet ist. Der fachliche Prüfer begutachtet dabei, ob der Text fachlich korrekt ist und ob die einschlägigen Konventionen der Textsorte eingehalten wurden. Es wird jedoch kein inhaltlicher Abgleich mit dem Ausgangs- oder Quelltext vorgenommen! 
  • Ein solcher Abgleich des Inhalts der Übersetzung mit dem Inhalt des Ausgangs- oder Quelltext erfolgt nur bei einer Revision durch eine zweite Person. Bei dieser Prüfung wird die Übersetzung von einem kompetenten Revisor mit dem Inhalt des Quelltextes verglichen. Neben dem Aufspüren von Fehlern und Problemen, wird festgestellt, ob die Übersetzung für den vereinbarten Zweck geeignet ist. Eine Revision stellt eine optimale Maßnahme zur Qualitätssicherung dar, weil es der umfassendste Prüfvorgang ist.
  • Für Übersetzungsprozesse, in denen Satz- oder Layoutarbeiten vorgesehen sind, bietet sich dringend eine Korrekturlesung an. Beim Korrekturlesen wird der zielsprachliche Inhalt nochmals vor dem Druck bzw. vor der Veröffentlichung der gesetzten Übersetzungstexte geprüft, um letzte Korrekturen zu veranlassen.

Haben Sie weitergehende Fragen hierzu? Wir beraten Sie gerne!


PS: Bei der Revision dieses Beitrags wurde ein Fehler aufgespürt, der direkt korrigiert werden konnte :-)